Das Bauhaus im Osten: Breslau/Wrocław

Vom Historismus über die Jahrhunderthalle zur Ostmoderne

08.04. – 12.04.2019

  • Markthalle, Richard Plüddemann, 1908

Das „Bauhaus“ wird Hundert! Das Jubiläum der 1919 in Weimar gegründeten, 1925 nach Dessau umgezogenen und 1933 in Berlin auf nationalsozialistischen Druck aufgelösten Hochschule für Gestaltung wird in Deutschland mit zahlreichen Ausstellungen, Vorträgen und Kulturreisen gefeiert. Doch gerade auch jenseits der heutigen deutschen Grenzen gibt es spektakuläre, stark durch das „Bauhaus“ geprägte Architektur zu entdecken, die selbst unter Fachleuten noch wenig Beachtung findet. Diese Studienreise bringt Sie nach Niederschlesien und seine Metropole Breslau/Wrocław, die noch vor der Bauhausgründung zu einem Mekka der architektonischen Avantgarde avancierte. So entstanden mit der 1908 eröffneten Markthalle mit dem von Richard Plüddemann und Heinrich Küster konzipierten spektakulären Stahlbetonskelett und der 1913 fertiggestellten „Jahrhunderthalle“ von Max Berg – Letztere 2006 mit der Aufnahme in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes geadelt – Inkunabeln funktionalistischer Architektur. Unter dem Eindruck des Bauhauses entstanden ab den 1920er Jahren bemerkenswerte Bauten, wie ein Geschäftshaus von Hans Poelzig, das Kaufhaus Petersdorff von Erich Mendelsohn, die von Heinrich Rump errichtete Stadtsparkasse als eines der frühen Hochhäuser der Region oder die Mohrenapotheke von Adolf Rading. Weitere Wegbereiter des „Neuen Bauens“ waren zudem die unter dem späteren Frankfurter Stadtbaurat Ernst May, noch im Sinne der europäischen Gartenstadtbewegung geplanten Siedlungen der „Schlesischen Heimstätte“. Zu einem architektonischen Kulminationspunkt wurde die von der schlesischen Sektion des „Werkbundes“ 1929 realisierte Ausstellung „Wohnung und Werkraum“, kurz „WuWA“ genannt. Deren Musterbauten von Rading, Hans Scharoun, Heinrich Lauterbach, Moritz Hadda und weiteren schlesischen Architekten erhielten ein großes Medienecho und internationale Anerkennung. Neben diesen und vielen weiteren Bauten besuchen wir zur Einführung in die Breslauer Stadtgeschichte das Historische Museum im rekonstruierten Stadtschloss, zur Vertiefung der gewonnenen Erkenntnisse auch das Breslauer Architekturmuseum.

Diese Reise führt Sie zudem in die Stadt Liegnitz/Legnica mit markanten Bauten der Moderne und nach Waldenburg/Wałbrzych, wo unter anderem das von Mendelsohn-Mitarbeiter Bernhard Sturtzkopf erbaute Kaufhaus Schocken erhalten ist.

Als luxuriöse Unterkunft steht uns das ****Art-Hotel zur Verfügung. Das in einem exzellent restaurierten Patrizierhaus befindliche Hotel liegt in einer ruhigen Seitengasse der historischen Altstadt, unweit des Rings/Rynek. Dort haben wir für Sie Superior-Zimmer reserviert. Die Kleingruppenreise erfolgt im komfortablen Mercedes-Kleinbus mit maximal 15 Teilnehmern.